Interview

Künstlerin Janina Burgmer- Frage & Antwort

1- Ich bin Janina und ich bin… 

…Schauspielerin, Sängerin, Moderatorin, Sprecherin und Kinderliedermacherin.

2- Kunst ist für mich… 

…lebensnotwendig. Ich brauche Kanäle, um Emotionen zu verarbeiten und genieße sie auch, um neue Eindrücke zu sammeln. Das kann alles sein: Musik, Theater, Film, Malerei…

3- Bevor ich den Weg auf die Bühne gefunden habe… 

…habe ich vermutlich noch Windeln getragen. Ich habe schon als kleines Kind im Ballettröckchen auf der Bühne gestanden.

4- Lampenfieber besiege ich mit… 

…atmen, Tee trinken und mich darüber freuen, dass ich meine Arbeit machen darf.

5- Mein liebstes Bühnenoutfit…. 

Bei Kinderkonzerten mit “Fug und Janina” immer blau, aber ich freue mich, dass ich in meinem Job so viele verschiedene Outfits tragen darf. Bei “Kaiser! König! Karl” war es einmal eine kaiserliche Robe als “Katharina die Große”. Die war toll!

6- Doktor Snuggles, Heidi und TAO TAO…

…sind für mich sehr liebgewonnene Fernsehfiguren aus meiner Kindheit, deren Jingles ich mag und sie deshalb auch für mein Album “Die schönsten TV-Lieder für Kinder” aufgenommen habe. Als “Janina und die Kinderlieder” habe ich schon 11 Alben veröffentlicht. Gemeinsam mit Fug singe ich aber am liebsten unsere eigenen Lieder wie z.B. “Die besten Freunde” oder “Mein Schweinehund und ich”.

7- Wenn ich nicht singe, dann… 

…spiele ich Ukulele oder mache, was mir gerade so einfällt. Mit Fug auf der Bühne habe ich quasi Narrenfreiheit. Das ist genial.

8- Mein liebstes Publikum… 

…sind Menschen, die offen sind und sich einlassen. Kinder können das sehr gut. Besonders freue ich mich, wenn ich auch z.B. schüchterne Kinder begeistern kann.

9- Wenn ich den Text vergesse…. 

…vertraue ich darauf, dass ich ihn doch irgendwo im Hinterkopf finde oder ich improvisiere oder ich gebe es zu und lache darüber.

10- Nach den Shows… 

…treffen wir unsere kleinen und großen Fans und haben viel Spaß z.B. wenn wir Fotos machen und uns immer neuen Quatsch ausdenken.

11- Meine ersten Gedanken am Morgen… 

…gehören fast immer meiner Familie, für die ich sehr dankbar bin.

12*- Privat bin ich…

…ruhiger.

13*- So wirke ich auf andere 

Als Schauspielerin werde ich wahrscheinlich immer unterschiedlich wahrgenommen. Meine Ausstrahlung wird als warm und freundlich beschrieben. Als Kinderentertainerin bin ich fröhlich, schlagfertig und für jeden Quatsch zu haben.

14*- Ich wäre gerne… 

…immer genau so.

15- Diese Rolle würde ich gerne verkörpern… 

Ich mag gerne historische Rollen und habe mir dahingehend schon viele Träume erfüllen können. Im Fernsehen war ich schon Hildegard von Bingen, Katharina die Große usw. Ich bin fasziniert von Marilyn Monroe und hatte die Ehre, dass ein Theaterstück über sie für mich geschrieben wurde- Traumrolle! Abgesehen davon spiele ich sehr gerne lustige Rollen und habe lange davon geträumt, in einem Film von Bully Herbig spielen zu dürfen. Ich finde, er ist ein Meister im Timing.

16- Meine schönste Fanpost…. 

…sind Bilder, die ich gemalt bekomme. Das sind oft sehr liebevolle Darstellungen von mir, wie ich singe oder Szenen aus meinen Liedern.

17- Der rührendste Moment…. 

…war nach einem Auftritt in einem Kinderheim, als ein kleiner Junge mich umarmte und nicht mehr loslassen wollte. Den hätte ich am liebsten auf der Stelle adoptiert.

18- Mein peinlichster Moment als Künstlerin…/ Darüber lache ich heute noch… 

Als ich mit meinem Sohn schwanger war, habe ich noch mit meinem großen Bauch Konzerte gegeben. Nach einem Konzert hörte ich ein Kind sagen: “Die Janina kenne ich aus dem Fernsehen. Aber da ist die nicht so dick.” – Das war sehr lustig!

19- Der perfekte Tag… 

…kann immer wieder anders aussehen, aber mit netten Menschen, die mit mir lachen.

20- Wenn ich ein Märchen wäre… 

…wäre ich Schneewittchen. Ich habe dunkle Haare und einen hellen Teint. Und ich würde mit den 7 Zwergen eine Band gründen.

21- Welche Frage würdest du dir im Interview selber stellen? 

Woher kommen meine Ideen? – Aus dem Universum.

22- Diese 3 Wörter dürfen im perfekten Songtext nicht fehlen…. 

oh, yeah, shalalala. Nein, Quatsch. Jeder Song ist anders- was ist schon perfekt?

23- Wenn ich ein Buch wäre, dann hieße mein Titel…

“Alles machen will!” Es wäre ein Ratgeber darüber, wie man sich mit zu vielen Talenten und Interessen irrsinnig gut verzetteln kann und dabei verzweifelt, aber viel Spaß hat.

24- Mein jetziges Kapitel… 

Superschauspielerinsängerinmoderatorinkinderentertainerinmama. Ne is kla.

25- In 5 Jahren möchte ich… 

…mehr von alldem gemacht und noch mehr Spaß haben.

26- Mein Lebensmotto… 

Was man aussendet, das kommt zurück. Also versuche ich, ein positiver Mensch für diese Welt zu sein.

27- Mein Schlusssatz… 

Seid lieb. Tschö.

 

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(Interview: Drei-Blick / Bilder: Hochformat: WDR/Lichterpunkt / Querformat: JACAO/Lichterpunkt) *Drei-Blick’s Leitsätze: Wie siehst du dich? Wie sehen dich andere? Wie möchtest du gesehen werden?

 

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Schauspieler Sebastian Matthias Weißbach – Frage & Antwort

1- Ich bin Sebastian und ich bin…

Schauspieler, Autor und Regisseur. Oder professioneller Lügner, wie es auf meiner Visitenkarte steht.

2- Schauspielerei bedeutet für mich…

Leiden und den tiefen, finsteren Kontakt mit einem existentiellen Teil des eigenen Ichs. Oder einfach nur albernes, schnelles und geistesgegenwärtiges Improvisieren. Beide Extreme machen Spaß und beide sind notwendig, um das jeweils andere Hoch/Tief zu erreichen.

3- Ich produziere und führe auch Regie, weil…

Ich habe eigentlich mit dem Schreiben angefangen und immer auch Geschichten geschrieben, es macht mir einfach Spaß, diese zu inszenieren. Außerdem glaube ich, dass es bei vielen Produktionen in Deutschland noch Raum nach oben gibt. Und deswegen mache ich es selber gerne besser, organisierter und etwas humaner für die Schauspieler als viele No-Budget-Produktionen das für nötig befinden.

4-Meine künstlerische Laufbahn startete als/mit…

So richtig erst in der Schule mit dem Schauspielkurs, der in Berlin Darstellendes Spiel heißt. Wir hatten eine ganz tolle Lehrerin, Annegret Wagner, die an der Ernst Busch studiert hatte und am Bremer Theater spielte und dann Lehrerin wurde. Ein fantastischer Kurs, der für Schüler eigentlich viel zu gut war, aber wir hatten eben Glück.
Vor allem unser zweites Stück, „Roberto Zucco“ von Koltes, hatte mich richtig getroffen und ich spürte diesen Rausch des Essentiellen auf der Bühne und das Spiel der Gefühle im Ping Pong des Dialogs. Das war toll.

5-Privat bin ich… (Wie sehe ich mich*)

Privat bin ich meistens witzig, ein Zyniker mit trockenem Humor. Die meisten Leute verstehen nicht, dass ich scherze, wenn ich scherze. Nur weil ich meine Betonung nicht ändere. Und immer Punkte setze. Tragisch.

6- Was die Leute denken wie ich bin… (Wie sehen mich andere*)

Ich bin recht sportlich, deswegen halten viele Leute, die mich nur so kennen, mich für einen ziemlichen Dummkopf, einen klassischen McFit-Kunden. Auf der anderen Seite habe ich zumindest einen kleinen Hochschul-Abschluss in den Geisteswissenschaften und bin damit verbunden ein intellektueller Snob. Nicht jeder funkt mit meiner Art.

7- Wie ich gerne wäre… (Wie möchte ich gesehen werden*)

Ich versuche, mir nicht zu viele Gedanken darüber zu machen und verrate immer nur ausgewählte Details über mein Privatleben. Das kann ruhig auch so bleiben. Generell sollte man sich nicht so viele Gedanken darüber machen, wie man gesehen wird – die wenigsten verschwenden einen Gedanken an einen selbst.

8- Mein skurrilster Dreh vor der Kamera…

Nackt (bis auf eine Socke) in einem Kurzfilm, in dem ich auch tanzen musste. Nichts ist toller als splitterfasernackt (bis auf eine Socke) am Set rumzuturnen, während das Team die Lichter neu setzt.

9- Die größte Panne am Set…

Ich erinnere mich nicht an riesige Pannen als Schauspieler, die üblichen Lachanfälle eben. Und als ich noch etwas jünger war, kam es durchaus einmal vor, dass ich in der Nacht vor einem Dreh getrunken habe. Das würde ich jetzt in der Form nicht mehr machen und könnte es vor allem nicht. Heute würde ich am Set in mich zusammenfallen wie ein Soufflé, damals habe ich tapfer gegen den Blutalkohol gearbeitet. In Eigenverantwortung als Regisseur und Produzent hatte ich dereinst einen Kameramann besorgt, der furchtbar viele Erfahrungen in der Vita hatte und auf dem Papier ein toller Kameramann war. In Person allerdings passte er nur nicht zum Rest des Teams, sondern hat auch mit seiner ständigen Trödelei und „Detailversessenheit“ den ganzen Dreh aufgehalten. Dafür sahen seine Aufnahmen aber zumindest furchtbar aus. Was eigentlich ein düsterer Thriller werden sollte, hatte den Look einer Soap, wir mussten fast alles noch einmal drehen. Das war nicht nur ein extremer Aufwand, sondern hat auch ein eigentlich schönes Projekt zerstört. Da hätte ich früher die Reißleine ziehen müssen.

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10- Momente die auch mir als Schauspieler noch peinlich sind…

Mit Menschen reden in einer echten Situation, in der ich ich sein soll. Furchtbar.

11- Hollywood is calling. Diese Rolle wird mir angeboten…

Hollywood verfilmt die „Fables“ Comics und ich spiele den Big Bad Wolf, Bigby, den Sheriff von Fabletown.
Eindeutig, weil Bigby und ich eine äußerliche Ähnlichkeit verbindet und wir beide Melancholiker mit einem Hang zu unstillbarer Rage sind, die auf der Suche nach Läuterung durch die Stadt ziehen. Aber dann muss ich lernen, wie man richtig raucht.

12- Diese Rolle würde ich ablehnen…

Politisches, mit dem ich mich nicht identifizieren kann. Selbst in einem gut bezahlten Spot würde ich nicht für Parteien vor der Kamera stehen, die ich im Parlament oder der Regierung nicht sehen möchte.

13- Mit diesem Schauspieler-/In würde ich gerne drehen…

Jon Bernthal und Deborah Ann Woll, beide aus den Netflix Serien „Daredevil“ und „Punisher“, beide sind einfach super präsent, super intensiv und in jedem ihrer Worte ist so viel Bedeutung und Emotion. Das ist wirklich beeindruckend.
Und auch wenn er nicht mehr arbeitet, Sir Sean Connery. Was für ein Typ.

14- Das würde ich gerne noch selber produzieren…

Eine wirklich lustige, deutsche Komödie.

15- Dieses Requisit/Equipment darf bei mir (als Filmemacher) nicht fehlen…

Tapeten. Nichts ist schlimmer als eine weiße Wand mit Raufasertapete, Mustertapeten dagegen verleihen Räumen Tiefe und Struktur. Ob für Drama oder Comedy, Tapeten machen Räume filmbar.

16- Mein erster Gedanke am Morgen…

Welcher Wochentag ist heute? (Crux eines Freelancers)

17- Mein perfekter Tag sieht folgendermaßen aus…

Aufstehen, Sport, Frühstück, doppelter Espresso, kein Zucker, kreative Arbeit und Whisky oder Rotwein zum Abend, YouTube Videos mit der Stimme meines Celebrity Crushs Aoife Wilson hören. Früh ins Bett.

18- An mir mag ich besonders…IMG_1078

uff… öhm… aaaaalso… ich glaube, man kann sich nur verbessern, wenn man ständig seine Fehler sieht und nicht seine Vorzüge. Aber meine Oberschenkel und Haare sind ganz okay.

19- Diese Eigenschaft an mir treibt alle zur Weißglut…

Da gibt es so Einiges. Aber dass Leute meine Witze nicht verstehen oder ich schulterzuckend alles damit kommentiere, dass nichts eine Rolle spielt, weil die Sonne uns ohnehin bald alle wie ein riesiger Feuerball verschlingen wird, um nur zwei zu nennen.

20- Wenn ich ein Buch wäre, dann….

…wäre ich eine Novelle im Stile von „Effi Briest“. Mit mehr Schimpfwörtern.

21- Mein Buchtitel würde heißen…

Auf der Shortlist zum Glück

22- In diesem Kapitel wäre ich jetzt…

Ein Leben von der Wäscheleine – Schränke sind so 2004

23- Wäre ich eine Comicfigur, dann könnte ich…

…grübelnd auf Dächern sitzen und in die Nacht starren. Ansonsten sind superstark und superschnell schon einmal gute Anfänge, wobei Superstärke ohne Unverwundbarkeit nutzlos ist. Die bräuchte man also auch noch. Entscheidender ist eigentlich das Kostüm, aber das führt alles zu weit.
Außerdem bleibt dann noch die Entscheidung zwischen Held und Schurke, das kommt auf die Tagesform an.

24- Diese Frage stell ich mir tagtäglich…

Warum packe ich leere Packungen wieder in den Kühlschrank?!

25- Diese Frage würde ich mir im Interview selber stellen…

Warum folgst du nicht einfach deiner Leidenschaft und bearbeitest den ganzen Tag lang Holz?
Weil es dann ein Job wäre und ich ziemlich sicher die Lust daran verlieren würde, bei Möbeln für den Eigenbedarf hört der Spaß dann auf.

26- In 5 Jahren möchte ich…

…besser sein als heute. Und vielleicht ein Buch geschrieben haben.

27- Mein Lebensmotto…

Wir müssen alle unsere Pflicht erfüllen, ob groß oder klein, wir müssen alle unsere Pflicht erfüllen.

28- Mein Appell an alle Künstler…

Klaut, aber klaut von den Besten.

29- Mein Schlusssatz…

Ich bin nicht gut darin, Dinge mit einem prägnanten Schlusssatz zu beenden. Stattdessen neige ich dazu, mich in langen Erklärungen und Abschlusspointen zu verheddern, oder aber noch einen Witz ans Ende eines eigentlich ernsten Textes zu bringen. Bathos sagt man auch dazu, schönes Wort. Vor allem durch seine lautmalerische Ähnlichkeit zum dramatischen Äquivalent Pathos. Naja. Und so.

(Interview: Drei-Blick / Bilder: Hochformat: Hannes Caspar / Querformat: Patrick Arendt)

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*Drei-Blick’s Leitsätze: Wie siehst du dich? Wie sehen dich andere? Wie möchtest du gesehen werden?

Nicolai Borger – Autor, Regisseur, Schauspieler – Frage & Antwort

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“Mein Berufswunsch war immer klar, weil ich immer das gemacht habe, was ich wollte und damit durchkam. Nachdem ich als Kind meine eigenen Texte inszeniert habe, war ich in diversen Jugendtheatergruppen, dann in Laientheatergruppen und schließlich am jüdischen Theater. Ich habe noch bevor ich mein Abi gemacht habe, mit meiner Leidenschaft Geld verdient. Das hat mich sehr geprägt. Mein Interesse galt immer anderen Kulturen und Länder. Deshalb wollte ich nach China ziehen und habe Sinologie studiert. Allerdings wurde mir klar, dass man Künstler nur mit ganzem Herzen sein kann.”

1. Wie waren deine Anfänge?

Schreiben, inszenieren, spielen- das ist das, was ich tue. Ich stamme aus einer höchst musikalischen Familie. Mein Vater hat dirigiert, mein Großonkel war Musiklehrer. Ich bin mit Musik und Instrumenten aufgewachsen. Meine schönste Kindheitserinnerung: der von Opernmusik vibrierende Holzboden im Wohnzimmer. Als Kind habe ich bereits Theatertexte geschrieben, die mein Vater dann abgetippt und kopiert hat. Ich habe sie dann mit Freunden bei jeder Gelegenheit aufgeführt. Obwohl mir das damals noch gar nicht klar war, habe ich da schon inszeniert. Nach dem Abitur habe ich in Berlin eine Diplomschauspieler Ausbildung absolviert und hatte dann Engagements in Paris, Genf und Hamburg. Später habe ich vornehmlich als Dramatiker gearbeitet. Seit einigen Jahren inszeniere und schreibe ich Varieté Shows und Independent Filme. Das Theater habe ich zurückgestellt, dafür stehe ich viel vor der Kamera, u.a. für “Das melancholische Mädchen” von Susanne Heinrich und im Fernsehen “Constantin Film / Sat.1”. In der internationalen Thriller-Filmproduktion Anthropoid, bin ich aktuell weltweit in der Rolle eines SS Offizers zu sehen. Es war großartig mit dem vorwiegend britischen Team zu arbeiten, zumal auch Weltstars dabei waren- Schauspieler aus dem Cast von Game of Thrones und Jamie Dornan, der Hauptdarsteller aus 50 Shades of Grey. Die Arbeit war dennoch extrem entspannt und ging konzentriert vonstatten. Aktuell kann ich mich auf jeden Fall nicht zurückerinnern, wann ich mich das letzte mal gelangweilt habe. Die darstellenden Künste waren immer Teil meiner Biografie.

 

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2. Was machen deine Filme aus?

Meine Filme sind autobiographisch.  So auch zum Beispiel mein Spielfilm “Drei Finnen”, welches 2014 Premiere hatte. Dies war mein neunter Film indem ich Regie führte und das Drehbuch geschrieben habe. Zurzeit wird ein weiteres Drehbuch von mir als Independent Film umgesetzt. Ich sehe mich als Filmregisseur in der Tradition der Autorenfilmer. Ich schreibe alle Bücher die ich verfilme selbst und nehme keine Umsetzungen fremder Stoffe an. Allerdings arbeite ich als Autor manchmal mit anderen Regisseuren zusammen. Zurzeit wird ein Stoff, den ich gemeinsam mit einem anderen Regisseur geschrieben habe, von selbigem verfilmt. Ich schreibe immer mit Musik und lasse auch am Set immer Musik spielen.

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3. Wie lebt es sich als Künstler?

Ich fahre mehrgleisig als Autor, Regisseur und Schauspieler. Das hat sich als ganz gute Überlebensstrategie erwiesen. Außerdem habe ich wunderbare Agentinnen. Ich lehne auch relativ viele Jobaufträge ab, weil ich nicht daran glaube diese generalisieren zu können. Werbung habe ich bisher keine gedreht, was damit zu tun hat, dass mich bisher keine Anfrage wirklich gereizt hat. Ich lehne daher auch relativ viele Fernsehanfragen ab. Allerdings habe ich kürzlich in einer Serie mitgespielt und es war großartig. Talent als Schauspieler besteht ja vor allem darin sich nicht zu verstellen, auch wenn sich das hierzulande nie herumgesprochen hat. Das macht das Leben nicht beschaulicher, aber spannender. Ich arbeite meist viele Jahre mit den selben Leuten. Mir ist wichtig, dass ich meinen Kollegen vertrauen kann. Ich bin ja beruflich in Ensembles großgeworden und merke schnell wer für oder auf Kosten seiner Kollegen arbeitet.

4. Theater oder Film?

Theater habe ich dem Film lange vorgezogen, sowohl als Schauspieler, wie als Autor und Regisseur. Wahrscheinlich, weil ich mich instinktiv auf der Bühne zu Hause gefühlt habe. Film habe ich aber nun als Heimat für mich entdeckt.

5. Selber spielen oder Regie?

Das ist für mich wie die Frage: lieber Sonne, oder lieber Regen. Ich liebe Sonne und gehöre zu den Menschen die zudem Regen lieben. Gut, dass sich beides ergänzt. Nur eins davon wäre mir zu langweilig.

5. Lieblingsrolle: Killer oder perfekter Schwiegersohn?

Wichtig ist hier immer das menschliche zu finden. Am liebsten spiele ich den Killer spaßig, den Cop romantisch, den harten Typen gebrochen und den Familienvater als Lebemann.

6. Peinlichste Panne auf der Bühne/Dreh?

Das einzig peinliche, ist auf der Bühne oder im Film nicht authentisch zu sein. Alles andere ist Berufsrisiko.

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7. Welchen Beruf würdest du alternativ wählen?

Ich wäre ein guter Yoga Lehrer. Mit 16 habe ich den Dalai Lama während einer Audienz in Deutschland kennengelernt. Seitdem meditiere ich und habe eine Kundailini Yoga Einweihung. Meine Lebenseinstellung ist: Sonne im Gesicht, Wind im Rücken und nicht zurücksehen.

8. Absolute Schwäche?

Ich habe einen Espresso-Vollautomaten, den ich sehr strapaziere.

9. Deine Ziele?

Ich will weiter wachsen und andere dabei unterstützen. Immer wieder mich selbst und den anderen wirklich kennenlernen. Wenn ich mich ständig im Kreis drehen müsste wäre ich unglücklich.

10. Was möchtest du den Lesern mitgeben?

Dass jeder seine Wahrheit finden möge und dazu stehen kann.

(Interview: Drei-Blick & Bilder: Xiomara Bender)

Sängerin Shelly Malia aka Michelle Kunze – Frage & Antwort

„Als Kind wollte ich Sängerin oder Journalistin werden. Die Frauen im Fernsehen sahen immer so toll aus“, lacht Michelle Kunze. Mittlerweile ist sie 19 Jahre jung und seit  letztem Jahr unterwegs als „Shelly Malia“. „Ich bin in einer musikalischen Familie aufgewachsen. Mein Vater brachte mir das Gitarrespielen bei und mit 12 habe ich angefangen Gesangsunterricht zu nehmen.“ Ihr Freund unterstützt sie bei ihren Musikvideos und neben ihren Pop-Coversongs, baut sie in Zukunft mehr auf Eigenkompositionen.

1. Wie entstand dein Künstlername Shelly Malia?

Shelly ist mein Spitzname, abgeleitet von Michelle. Den Namen Malia habe ich von einer Musikerin übernommen, kennengelernt damals in meinem Amerikaurlaub. Sie ist in verschiedenen Pubs und Cafés aufgetreten und hatte eine wahnsinnig inspirierende Persönlichkeit. Ich habe leider keinen Kontakt mehr zu ihr, aber sie wird mir immer im Gedächtnis bleiben.  🙂


2.
Beschreibe dich mit 3 Wörtern 

Perfektionistisch, lustig und hilfsbereit.

3. Drei Stärken

Ich würde sagen auf jeden Fall meine Musikalität. Außerdem bin ich recht schlagfertig und versuche immer Hilfsbereitschaft zu zeigen.

4. Drei Schwächen 

Ich denke zu viel nach oder lasse mir Dinge einreden. Alle die mich kennen, wissen, dass ich ein richtiger Hypochonder sein kann. Und ich bin oft sehr faul…  🙂

5. Was machst du gegen schlechte Laune?

Dann gucke ich „Türkisch für Anfänger“ oder „Victorious“, esse dazu was leckeres und die schlechte Laune ist wie weggeblasen!

6. Was darf am Arbeitsplatz auf gar keinen Fall fehlen?

Für mich ist mein Arbeitsplatz momentan mein Musikzimmer, bzw. Studio. Da wäre es undenkbar, wenn mein Mikro oder meine Gitarre fehlen würde.

7. Was würdest du im Notfall aus deinem Haus retten?

Ich würde mir auf jeden Fall meinen Teddy namens Erwin schnappen! Den habe ich seit ich ganz klein bin und an Erwin hängen einfach ganz viele Erinnerung

8. Mit wem würdest du gerne mal auf der Bühne stehen? 

Eric Clapton oder Bernard Allison! Zwei riesen Vorbilder und super sympathische Musiker die mich in ihrer Perfomance irgendwie inspirieren.

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9. Dein aktuelles Lieblingslied ?

Aktuell höre ich sehr gerne die neuen Songs von Adele und Justin Bieber.

10. Hast du auch eigene Songs?

Zur Zeit habe ich drei eigene Stücke, weitere folgen natürlich! Bis jetzt gehen alle in die Richtung Pop, möchte aber bald auf Elektro-Pop umsteigen. Ansonsten findet man meine Songs und Coverstücke auf meinem YouTube Channel. Da veröffentliche ich regelmäßig neue Videos – schaut mal rein.

11. Wie gehst du beim komponieren vor?

Meistens überlege ich mir zuerst eine Melodie auf der Gitarre oder dem Klavier und fange dann an Texte zu schreiben. Für die Melodien brauch ich ein paar Tage. Texte schreibe ich, wenn es gut läuft, innerhalb von einem Tag.

12. Was hat es mit „Behind Your Eyes“ auf sich?

Um den Song zu komponieren habe ich ca. 2 Wochen benötigt, die Inspiration dafür aus dem Alltag, aus persönlichen Eindrücken oder Gefühle geholt. Sowas lässt sich immer am besten in einem Song verarbeiten! Für das Musikvideo hatten wir 4 Drehtage, allerdings hat die Nachbearbeitung ca. 3 Wochen gebraucht, weil mir immer wieder Dinge aufgefallen sind, die ich verändern wollte

13. Was willst du als Künstlerin erreichen?  

Ich wünsche mir einfach, dass die Leute meine Songs lieben, genauso wie ich es tue und sie einfach Spaß daran haben mich singen zu hören. Außerdem war es immer mein Traum auf einer großen Bühne vor tausenden von Leuten zu performen. Ich hoffe den Traum irgendwann leben zu können! 🙂

14. Welche andere Themen interessieren dich ?

Fotografie, Foto- und Videobearbeitung, Regie, aber auch Dinge wie Mode und Make-Up

15. Wie lautet deine Lebenseinstellung?

Lebe Deinen Traum! Man sollte im Leben einfach das machen wozu man Lust hat und niemals aufhören an sich zu glauben. Man lebt nur einmal und sollte deswegen nicht das Leben eines anderen führen. Wenn man ein Ziel hat, muss man dafür kämpfen – auch wenn es manchmal hart ist.

16. Was möchtest du deinem Publikum abschließend mitteilen?

Mir ist es einfach sehr wichtig, dass die Leute wissen, wieviel Mühe ich mir mit jedem Song, jedem Video,  jeder Bearbeitung, jedem einzelnen Post usw. gebe. Es macht mir einfach so unglaublich viel Spaß und ich hoffe, dass sie das auch wertschätzen! Für die lieben Kommentare, die mich immer erreichen, will ich mich auf diesem Weg nochmal herzlichst bedanken! Danke Leute, echt! 🙂

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Kontakt und Information:

Facebook: Shelly Malia | Instagram: shelly_malia

Youtube: Shelly Malia | kontakt@shelly-malia.de

(Interview & Bilder: Drei-Blick)

Moderator Johannes Besgen- Frage & Antwort

Warum ziehen viele Menschen einen soliden Beruf vor und finden Geborgenheit im Büroalltag, während andere ihre Erfüllung und Lebenstraum in der Öffentlichkeit suchen? Johannes hat darauf seine ganz persönliche Antwort gefunden. „Ich brenne für sämtliche darstellende Berufe. Ob Moderation, Gesang oder Schauspiel – in diesen Bereichen finde ich meine Leidenschaft und möchte den Menschen damit etwas zurückgeben.“

Wer ist dieser Mann und was will er wirklich? Drei-Blick sucht Antworten im Interview


1. Beschreibe dich mit 3 Wörtern

Situationskomisch, facettenreich und gewagt.

2. Drei Stärken & Drei Schwächen

+Zuverlässig, volles Engagement, aussdruckstark in Mimik und Sprache (Akzente/Dialekte).

-Unpünktlichkeit, neige dazu mich zu verzetteln, manchmal schlecht kritikfähig.

3. Welche vorhandenen Eigenschaften würdest du gerne an dir fördern, welche fehlenden gerne besitzen?

Fördern: Mein Durchhaltevermögen und Disziplin. Die  könnten zum Beispiel beim Einstudieren von neuem Text ausgebaut werden ; -) Besitzen würde ich gerne die Eigenschaft, im richtigen Moment einfach den Kopf auszuschalten und nur im Moment zu leben.

4. Was machst du gegen schlechte Laune?

Joggen, Musik hören oder singen und tanzen.

5. Was für einen Berufswunsch hattest du als Kind? 

Ich wollte bei der Bahn an einem Schalter sitzen. Die Mitarbeiter saßen immer hinter Glas und hatten einen Drehteller, über den sie zum Beispiel Geld annahmen. Diesen Drehteller fand ich so begehrenswert. Wenn ich gedurft hätte, ich hätte am selben Tag noch ‘nen Arbeitsvertrag unterschrieben und das nur wegen des Drehtellers. Ansonsten denk ich gern an meine Kindheit zurück, an all die vielen Kinderstreiche, von versteckte Kamera-Drehs, über Klingelmännchen bis hin zu bösen Hundekacka-Attacken. ; -)

6. Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest – was würdest du rückblickend anders machen?

Nichts, alles hatte bestimmt seinen Zweck. Vielleicht wäre ich, wenn ich mir nur die Sonnenseiten für das Leben ausgesucht hätte, nicht da, wo ich jetzt bin ?!

7. Wie lautet deine aktuelle Lebenseinstellung und was ist dir derzeit am wichtigsten? 

Mein Motto ist: Finde das was dich erfüllt, bau es aus und, wenn nicht schon geschehen, tue etwas Gutes im Sinne des Allgemeinwohls. Wichtig sind gute Beziehungen jeglicher Art und ein achtsames, reflektiertes Leben.

8. Du arbeitest als Moderator. Wen würdest du gerne einmal interviewen, mit wem auf der Bühne stehen?

“Angela Merkel – privat”, auch wenn das zumindest während ihrer Kanzlerschaft kaum möglich wäre. Ich würde sie  unheimlich gerne in einem privaten Umfeld interviewen. Für mich wäre interessant, mit ihr gemeinsam eine Reise durch ihr Leben zu machen. Wenn sie mich teilhaben ließe an einigen prägenden Momenten ihres Lebens, fänd ich das großartig und wir könnten uns alle vielleicht besser in sie als als Macht- und Poltikmensch hineinfühlen. Ansonsten finde ich Inspiration bei der Leichtigkeit, spritzigen Schlagfertigkeit und dennoch der großen Professionalität eines Thomas Gottschalks. Ihn finde ich schon großartig. An meiner Seite, singend, schauspielernd (gerne auch Impro-Schauspiel) sehe ich mich allerdings mit Anke Engelke. Diese Frau ist eine Inspiration meines Lebens.

9. Peinlichste Panne während der Arbeit?

Ich habe was den allgemeinen Kontext angeht das Wort “peinlich” aus meinem Vokabular gestrichen. In den meisten Fällen hemmt es nur und ich bin froh mich mehr und mehr davon freizumachen.

10. Du imitierst Helene Fischer? 

Ihre Musik gefällt mir einfach gut. Meine damalige Chefin sagte mal zu mir „..dann geh doch voll auf’s Ganze und werde an Karneval Helene Fischer”…ja gut, gesagt getan. Tolle Idee!  Ja, und dann bin ich halt auch noch als Frau Fischer gesanglich aufgetreten. So nahm das Spiel seinen Lauf. Warum ich keinen Mann imitiere? Keine Ahnung. Für mich als Mann ist es toll zwischendurch mal ne Frau zu sein ; -) Außerdem liebe ich das Lied, das mich überhaupt erst auf Helene Fischer aufmerksam gemacht hat: „Phänomen“

11. Was ist für dich das faszinierende an deinem Job?

Der persönliche Ausdruck. Ich habe durch diese Kunst-Formen einen Weg gefunden, etwas auszudrücken. Und dann noch die Möglichkeit zu haben damit Menschen zu erreichen UND zu berühren. Das ist etwas sehr Kostbares.

12. Was möchtest du mit deinem Schritt in die Öffentlichkeit erreichen?

Langfristig möchte ich der Gesellschaft, in welcher Form auch immer, etwas zurückgeben. Deshalb mache ich das Ganze nicht um auf mich aufmerksam zu machen. Das bringt es ohnehin mit sich, wenn man als Moderator, Sänger, Schauspieler erfolgreich sein möchte.

13. Welche anderen Themen interessieren dich?

Eine andere große Leidenschaft, die sich mehr und mehr in mir entwickelt ist das Thema Nachhaltigkeit. Es kann doch nicht sein, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich keinen Deut um unsere Umwelt schert?!

14. Du lebst in Köln. Was magst du an der Stadt besonders? 

Köln architektonisch möchte ich einfach mal an diesem Punkt komplett vernachlässigen. Politisch auch. Es ist das Flair der Stadt, die Menschen. Die unkomplizierte Art der Menschen hier ist toll.

15. Wieso ist das kölsche Lebensgefühl für dich ein guter Ansatzpunkt für dein Leben und deine kreative Arbeit?

Das Kölsche Lebensgefühl hilft einem Gelassenheit zu finden. Alleine das Kölsche Grundgesetz ist zumindest eine Grundlage ; -)

16. Was möchtest du deinem Publikum abschließend mitteilen?

Glaubt an euch und lernt aus euren Erfahrungen. Vielleicht auch: nehmt euch selbst nicht zu ernst.

Kontakt und Information:

johannes@besgen.tv oder www.johannes-besgen.de

(Interview & Bilder: Drei-Blick)

Wenn wir zurückblicken- Im Gespräch mit Michel Mardaga

Wenn wir zurückblicken… verstehen wir das Leben

1,90 Meter groß und erwartungsvoll grinsend steht er vor mir. Beharrlichkeit und Ehrgeiz funkeln aus seinen frisch gelaserten Augen. Er geht seinen Weg. Allein. Seinen Lebenstraum im Gepäck und entschlossen seinen langersehnten Wunsch in die Tat umzusetzen- mit 36. Eine zweite Geburt, wie er sagt. Nun ist Michel 45 und am Neubeginn seines Lebens- ohne Wenn und Aber. Als Kind sucht Michel Anerkennung bei seiner Familie, möchte von seinen Mitschülern wahrgenommen werden, sein ICH finden. „Meine Kindheit empfand ich als Drama. Ich war ein sehr ängstliches Kind und mir fehlte es an Selbstvertrauen.“ Als Schauspieler oder Sänger sah er einen Kanal zur Selbstverwirklichung, doch seine Eltern sind dagegen. „Mein Kindheitstraum wurde zerstört“, erzählt er traurig. So gern hätte er die Schauspielschule um die Ecke besucht, seiner Leidenschaft Raum zum Wachsen gegeben. Den stillen Wunsch tief begraben, absolvierte er schließlich zur Freude seiner Eltern eine Ausbildung zum Restaurantfachmann und Koch.


Was bleibt vom Leben?

Michel füllte seine entstandene Lücke mit allerlei Ablenkung. Stets darauf bedacht seine innere Stimme zu übertönen, nicht hinschauen zu müssen. Seine emotionalen Bedürfnisse mit
Arbeit und Freizeitbeschäftigungen flicken wie einen kaputten Fahrradreifen- immer weiter, immer mehr. „Ich war sogar verheiratet. Aber glücklich und innerlich zufrieden, das war ich nie“, erzählt er mit Nachdruck.
Immer höher baut er seinen Turm. Verliert sich in seiner Arbeit, sucht nach Erfüllung und Bestätigung. „Nach zwanzig Jahren in der Gastronomie musste ich mir endlich eingestehen, dass ich unglücklich bin. Nicht sehen wollte, dass ich einen Weg gehe, der mich immer tiefer in die Leere führen würde. Aber ich hatte Angst hinzuschauen. Angst mein Leben umzukrempeln und wieder bei Null zu starten. Ich hatte Angst vor dem, was dann aus meinem Leben bleibt. Aus mir.“

Am Ende gelangt man dorthin, wo alles angefangen hat

„Ich wollte glücklich sein und war es nicht. Ich wollte mich finden, doch je mehr ich suchte, desto weiter entfernte ich mich davon. Mein Leben erfüllte mich nicht und so habe kurzerhand meinen Job gekündigt, war bereit endlich einen neuen Weg zu gehen. MEINEN.“ Zurück zu den Wurzeln hieß es. Zurück zu längst verborgenen Sehnsüchten, versteckten Träumen und Leidenschaften seiner Kindheitsträume. „Nach sovielen Jahren bin ich wieder da, wo alles angefangen  hat. Es ist, als würde ich erst jetzt anfangen zu leben.“ Und er hat sich viel vorgenommen. Michel besucht zahlreiche Workshops, bildet sich mit privaten Schauspiel- und Gesangsstunden weiter, fährt zu Castings und schafft es tatsächlich hier und da ein Bühnen-Engagement zu ergattern. „Für das große Geld reicht es zwar nicht und ich arbeite nebenbei als Servicekraft, aber jetzt, mit 45, bin ich glücklich und dankbar für jede Minute meiner neuen Möglichkeiten. Es ist, als hätte ich etwas wiedergefunden wonach ich so lange gesucht und längst verloren glaubte.“

 (Interview & Bilder: Drei-Blick)

Erkenne dich selbst- Schauspielerin Nadja Zwanziger

Ein Weg enstehtwenn man ihn geht

Manche Shootings laufen gesprächiger ab- andere stillschweigend. Es wird posiert, outfits und Locations gewechselt und meist kriegt man lediglich am Rande mit, welche Person eigentlich hinter der Fassade steckt. Man verbringt die nächsten Stunden seines Lebens mit Person X und weiß am Ende doch gar nichts über diese Begegnung. Schade eigentlich, steckt doch hinter jeder Person eine interessante Lebensgeschichte, ja fast schon eine eigene Lebensphilosophie. Warum diese spannenden Themen nicht teilen? Für andere greifbar machen und Raum zum nachdenken geben?

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Einen Moment innehalten

Ich treffe auf Nadja. Sie ist Mutter, Ehefrau, Schauspielerin und glücklich, sagt sie. Was bedeutet Glück für dich? “Zu sich stehen und akzeptieren, dass es Dinge gibt, die man nicht ändern kann. Frieden schließen mit sich und der Umwelt, wissen wer man ist und wo man hingehört. Auch sie habe lange Zeit das berühmte “Päckchen” im Leben zu tragen gehabt doch sie hat sich die Zeit genommen genauer hinzuschauen und das Problem für sich zu erkennen.

“Zu oft fühlte ich mich unwohl in meiner Haut, habe nicht zu mir gestanden”, erzählt sie. Ich schaue mir Nadja genauer an. Mag sein, dass sie kein Magermodel ist, kein Size Zero trägt und sich jedes mal mit einem Salatblättchen begnügt- dennoch steht vor mir eine warmherzige Frau mit einer selbstbewussten Ausstrahlung. Sie wirkt glücklich und zufrieden, stets ein kleines Lächeln auf den Lippen. Wenn sie mit ihrer fast schon charismatischen Ruhe und sanften Stimme über ihr Leben erzählt, schafft sie es für einen kurzen Moment die Zeit anzuhalten. “Es war schwer mich in einigen Schauspielrollen zu sehen und sich innerlich eingestehen zu müssen, dass man äußerlich eben nicht der Norm entspricht”, erzählt Nadja. Ich eckt irgendwann fürchterlich mit einer Kollegin an, die mich deswegen nur noch anschrie und mich wegen meiner Figur mobbte. Irgendwann war mir alles zuviel, wollte nur noch weinen und verstand die Welt nicht mehr. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Kompromissbereitschaft zählte irgendwann nicht mehr, meine gute Laune verflog zusehends und in Momenten solcher Boshaftigkeit war ich einfach nur noch sprachlos. Ich fühlte mich am Ende nur noch elend, wusste bald nicht mehr wer ich war und sein wollte.” Nadja nahm sich eine bewusste Auszeit, gönnte sich viel Zeit zum reflektieren, schloss Frieden mit sich selbst und gewann wieder zur eigenen Stärke zurück. In dieser Zeit freute sie sich auch über die Geburt ihres Sohnes. “Es war irgendwie alles eine glückliche Fügung. Die letzten Puzzleteilchen haben ihren Weg zu mir gefunden und ich bin angekommen- im Leben. Bei mir. Es brauchte alles seine Zeit und jetzt kann ich mich sogar vor der Kamera ausziehen”, grinst sie.

Nacktheit ist kein Problem

“Als das Angebot kam, hab ich sofort zugesagt. Früher wäre das undenkbar gewesen.” Wahre Stärke liegt in jedem von uns- man muss nur genau hinschauen und auf seine eigene Stimme hören, die zu uns spricht. Doch bei dem ganzen Trubel um uns herum, vergessen wir leider eines viel zu oft- uns.

Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet. Joseph Campbell

(Interview & Bilder: Drei-Blick)